Was ist der Legierungszuschlag – Definition und Berechnung    

Was ist der Legierungszuschlag (Definition)?
Der Legierungszuschlag (LZ) ist ein Aufpreis, der entsprechend den Kursen der Legierungselemente berechnet wird und um den sich der Grundpreis für nichtrostenden Edelstahl erhöht.


Wie wird der Legierungszuschlag berechnet?
Die Berechnungsformel wird vom jeweiligen Hersteller individuell erstellt und wird nicht veröffentlicht. Sie beruht aber nach unserer Erkenntnis auf einen allgemeinen Berechnungsansatz, bei dem die Hersteller ihre individuellen Parameter einsetzen.


Für die Berechnung des Legierungszuschlags wird für jeden relevanten Legierungsbestandteil eines Werkstoffes zunächst der Durchschnittswert in Dollar über einen festgelegten Zeitraum ermittelt. Davon wird ein individueller Referenzwert abgezogen und von Dollar auf die Zielwährung ( i.d.R. Euro) umgerechnet. Multipliziert mit dem durchschnittlichen Anteil der Legierung am Werkstoff erhält man den Anteil der Legierung am Legierungszuschlag. Dies wird mit allen relevanten Legierungsbestandteilen durchgeführt und ergibt durch Summierung den Legierungszuschlag des Werkstoffes. Sind die Referenzwerte einer Legierung höher als ihr Durchschnittswert, so ist ihr Anteil am Legierungszuschlag Null, d.h. es gibt keine negativen Legierungszuschläge.
Üblich sind pauschale Zuschlagsfaktoren für produktionsintensive Produktgruppen wie z.B. geschweißte Rohre, Walzdraht, nahtlose Rohre, die den erhöhten Schrottanteil kompensieren sollen.


In oben genannter Formel legen Edelstahlhersteller nach unserer Erfahrung die Zeiträume, Referenzwerte, Rohstoffpreis-Basis und seltener auch die Gewichtung der Legierungen individuell fest.
Allgemein bekannt sind die Berechnungszeiträume:
Für Hohlstahl und nahtlose Rohre 2 Monaten
Für alle anderen Edelstahl Gruppen 1 Monat.


Kann man nun den Legierungszuschlag selbst berechnen?

Im Prinzip ja, zumindest annähernd.

 

Wie aufwendig ist das?

Sehr aufwendig!
Man muss die individuellen und unbekannten Komponenten der jeweiligen Hersteller, wie z.B. Referenzwerte, Rohstoffpreis-Basis und seltener auch die Gewichtung der Legierungen möglichst genau ermitteln. Das erfordert langjährige Erfahrung und Hintergrundwissen.

 

Gibt es Prognosen der Legierungszuschläge?

 

Zum Glück, ja. LZ-prognose.de hat dieses Wissen eingebracht und kann die Berechnung der Legierungszuschläge für alle großen Hersteller in Europa und Nordamerika mit hohem Aufwand sehr genau rekonstruieren.

Damit sind wir in der Lage, mithilfe unserer Rohstoff-Expertise sehr genaue Prognosen der Legierungsbestandteile und damit des Gesamtlegierungszuschlages jedes Werkstoffes (z.Zt über 2000 Einzelprognosen) individuell zu erstellen.


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Eine grafische Auswertung der letzten 2 Jahre und nähere Einzelheiten finden Sie unter Genauigkeit.

 

Das sagen unsere Kunden:

Wir sind beeindruckt von der Qualität der Prognosen und können so nicht nur unseren Kunden zumindest die Richtung der Entwicklung aufzeigen, sondern unsere eigene Beschaffung entsprechend steuern und optimieren.
Ralf Kallas, KALLAS EDELSTAHL GmbH

 

Die LZ-Prognose ist für uns ein interessantes Steuerelement zur Preisfindung und auch zur Bestandskontrolle. Trends sind für uns leichter zu erkennen und die Risiken im Einkauf besser einzuschätzen. Wir haben festgestellt, dass man sich auf die Prognosen i.d.R. wirklich verlassen kann. Wir sagen, weiter so.
Stefan Müller-Bernhardt, COO von Damstahl GmbH

 

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Ein Bogen zurück zur Historie.


Wissen Sie eigentlich, warum es Legierungszuschläge gibt und wer sie festlegt?


Alle Edelstähle haben einen hohen Anteil an hochwertigen Legierungsbestandteilen wie z.B. Chrom, Nickel und Molybdän, die im Vergleich zum Grundwerkstoff Stahl einen hohen Preis haben. Diese Legierungsbestandteile waren zwar aus heutiger Sicht damals sehr billig und wenig volatil, hatten aber bereits 1988 dazu geführt, dass die damals üblichen Gesamtpreise für Edelstahlprodukte häufig während des Jahres angepasst werden mussten. Um diese immer neuen Preisvereinbarungen zu verhindern, haben einige Hersteller einen zweiten, nur von den Legierungsbestandteilen abhängigen Preisbestandteil gebildet. Dieser sollte die Preisveränderungen der Legierungsbestandteile in Bezug zu einem Basisprodukt zum Zeitpunkt des Beginns der Berechnung beinhalten. Es wurde daraufhin die oben beschriebene Berechnungsmethode entwickelt, wobei die damaligen Referenzwerte den zu Beginn der Berechnung bestehenden Legierungskursen entsprachen. Damit verstand man den Legierungszuschlag als monatliche Korrektur des Basisproduktes aufgrund von Veränderungen der Kurse der Legierungsbestandteile. Man konnte so den Basispreis einmal festlegen und einigte sich auf den Legierungszuschlag als variable Komponente des Gesamtpreises, die die Kursschwankungen der einzelnen Legierungen auffangen sollte. Somit waren Nachverhandlungen während der vereinbarten Gültigkeitsdauer der Preise nicht mehr notwendig.
Zunächst war ein Berechnungszeitraum von zurückliegenden 3 Monaten benutzt worden, der eine gute Glättung und damit keine großen Sprünge des Legierungszuschlags versprach. Doch dann begann Nickel, einer der wichtigsten Legierungsbestandteile, zu einem begehrten Spekulationsobjekt an der LME (London Metal Exchange) zu werden und die Kurse fingen an, irrationale Verläufe anzunehmen. Der Nickelkurs, der zwischen 1994 und 2003 zwischen 4000 und 10.000 $/t vergleichsweise langsam pendelte, entwickelte von November 2005 (Kurs: 12.000 $/t) eine Dynamik, die im historischen Höchstkurs von 50.000 $/t nur 1 ½ Jahre später im Mai 2007 gipfelte, dann jäh in nur 1 ½ Jahren auf 10.000 $/t (November 2008) abstürzte. Diese Dynamik war mit einem Berechnungszeitraum von 3 zurückliegenden Monaten für die Hersteller nicht mehr tragbar. Daher wurde der Berechnungszeitraum auf 2 Monate und zuletzt auf einen Monat zurückliegend festgelegt. Lediglich die Hersteller von Hohlstahl und nahtlosen Rohren haben den Berechnungszeitraum bei zwei zurückliegenden Monaten belassen.


Eine Auswahl aktueller Hersteller von RSH Edelstählen mit eigenen Legierungszuschlägen:


Für Deutschland und EU:
Outokumpu: Flachprodukte Deutschland und EU, Langprodukte (Knüppel, Walzdraht, Warmgewalzte und Kaltgezogene Stangen) und Präzisionsband. Outokumpu Legierungszuschläge
Deutsche Edelstahlwerke: Langprodukte (Rohblock, Halbzeug, Stabstahl u. walzgeschält, Walzdraht, Blankstahl/Blankdraht). Die Legierungszuschläge werden nur an Kunden mitgeteilt.
Mannesmann Stainless Tubes GmbH (MST): Hohlstahl und nahtlose Rohre. Die Legierungszuschläge werden nur an Kunden und Interessenten direkt mitgeteilt.


Italien:
Acciai Speciali Terni: Flachprodukte. Die Legierungszuschläge werden nur an Kunden mitgeteilt.
Cogne Acciai Speciali S.p.A.: Langprodukte (Knüppel, Rohblock, Stabstahl gewalzt und blank, Draht). Legierungszuschläge Cogne Acciai Speciali S.p.A.


Frankreich:
Aperam Stainless Europe: Flachprodukte, Präzisionsband. Legierungszuschläge Aperam Stainless Europe
Ugitech SA: Langprodukte (Halbzeug, Stabstahl gewalzt und blank, Draht). Legierungszuschläge Ugitech SA


Spanien:
Acerinox: Flachprodukte, Langprodukte (Stabstahl gewalzt und blank, Walzdraht). Legierungszuschläge Acerinox
TUBACEX S.A.: warm- und kaltgewalzter Hohlstahl. Legierungszuschläge TUBACEX S.A.


Skandinavien:
Sandvik Materials Technology: Stabstahl und Hohlstahl sowie Flachprodukte in Speziallegierungen. Homepage von Sandvik Materials Technology.


Nordamerika:
ATI: Flachprodukte. Legierungszuschläge ATI
AK Steel: Flachprodukte. Legierungszuschläge AK Steel
North American Stainless (NAS): Flachprodukte, Langprodukte (Stabstahl gewalzt und blank, Walzdraht) . Legierungszuschläge NAS
Outokumpu USA: Flachprodukte, Langprodukte (Walzdraht, Stangen) und Präzisionsband. Legierungszuschläge Outokumpu USA


Da der Legierungszuschlag ein Preisbestandteil ist, obliegt er der Kontrolle der Kartellbehörden, die in diesem Zusammenhang eine Absprache der Legierungszuschläge verbietet und damit einer Vereinheitlichung der Legierungszuschläge entgegen wirkt. Wir erwarten daher in Zukunft eine Erhöhung der Anzahl der Hersteller-Legierungszuschläge. Sie können sich aber darauf verlassen, dass wir von LZ-prognose.de auch weiterhin alle Prognosen der gängigen Hersteller-Legierungszuschläge anbieten werden.

 



Konzept und Realisation: goetext.de